Berlin, 29. Juni 2026 – In der Botschaft der Republik Polen in Berlin wurde die deutsche Ausgabe des Buches „Briefe. Maria Skłodowska-Curie und Albert Einstein“ feierlich vorgestellt. Zahlreiche Gäste aus Wissenschaft, Kultur sowie der deutsch-polnischen Zivilgesellschaft folgten der Einladung der Botschaft der Republik Polen, des Polnischen Instituts Berlin und des Deutsch-Polnischen Forums, um die Veröffentlichung einer außergewöhnlichen wissenschaftshistorischen Edition zu erleben.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Briefwechsel zwischen Maria Skłodowska-Curie und Albert Einstein aus den Jahren 1911 bis 1932. Die Korrespondenz eröffnet einen einzigartigen Einblick in die persönliche Freundschaft zweier Nobelpreisträger, ihren wissenschaftlichen Austausch sowie ihr gemeinsames Eintreten für Humanismus, Frieden und die Freiheit der Wissenschaft. Die Briefe zeigen zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten nicht nur als herausragende Forschende, sondern auch als Menschen, die sich gegenseitig in schwierigen Lebenssituationen unterstützten und ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nahmen.

Herausgeberin der Publikation ist Dr. Ewa Łabno-Falęcka, die über viele Jahre hinweg in Archiven und Forschungseinrichtungen weltweit recherchierte. Dabei gelang es ihr, 25 Briefe sowie eine Postkarte aus den Jahren 1911 bis 1932 zusammenzuführen und wissenschaftlich einzuordnen. Gemeinsam mit dem international renommierten Einstein-Forscher Prof. Hanoch Gutfreund stellte sie die Entstehungsgeschichte des Buches sowie die historische Bedeutung der Dokumente vor. Die Moderation des Abends übernahm die Journalistin Julia Korbik.

Besonders eindrucksvoll dokumentieren die Briefe Albert Einsteins Solidarität mit Maria Skłodowska-Curie während der öffentlichen Anfeindungen nach der sogenannten Langevin-Affäre im Jahr 1911. Gleichzeitig spiegeln sie den respektvollen wissenschaftlichen Dialog zweier Menschen wider, die trotz unterschiedlicher Lebenswege durch gemeinsame Werte und die Überzeugung verbunden waren, dass Wissenschaft dem Fortschritt der Menschheit dienen muss.

Die deutsche Ausgabe markiert einen weiteren Meilenstein der internationalen Editionsgeschichte. Nach der Veröffentlichung in polnischer, japanischer und französischer Sprache ist das Werk nun auch für den deutschsprachigen Raum zugänglich. Damit wird ein bedeutendes Zeugnis europäischer Wissenschafts- und Kulturgeschichte einem noch breiteren Publikum erschlossen. Die Edition leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum deutsch-polnischen und europäischen Dialog und erinnert daran, dass Wissenschaft, Menschlichkeit und internationale Zusammenarbeit nationale Grenzen überwinden können.

Im Anschluss an die Buchvorstellung nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den beiden Referierenden sowie zum Erwerb der Publikation. Bereits die große internationale Resonanz auf die bisherigen Ausgaben zeigt, dass die Korrespondenz von Maria Skłodowska-Curie und Albert Einstein weit über den wissenschaftlichen Kontext hinaus von Bedeutung ist.

Gerade im Jubiläumsjahr 35 Jahre Deutsch-Polnischer Nachbarschaftsvertrag und 35 Jahre Weimarer Dreieck erhält die Veröffentlichung eine besondere symbolische Bedeutung. Der Briefwechsel zweier herausragender europäischer Persönlichkeiten erinnert daran, dass wissenschaftlicher Austausch, gegenseitiges Vertrauen und der Dialog über Grenzen hinweg seit jeher tragende Säulen eines friedlichen Europas sind.

„Die Welt braucht man nicht zu fürchten, man muss sich nur bemühen, sie zu verstehen.“
– Maria Skłodowska-Curie

Mit diesen Worten wurde die Veranstaltung eröffnet. Sie bringen die Botschaft des Buches bis heute auf den Punkt.

Ein starkes Zeichen für das Weimarer Dreieck

Für den Weimarer Dreieck e. V. ist die Veröffentlichung weit mehr als eine wissenschaftliche Edition. Sie verkörpert die Idee des Weimarer Dreiecks: den Austausch zwischen Polen, Deutschland und Frankreich durch persönliche Begegnungen, Wissenschaft, Kultur und gegenseitiges Verständnis zu stärken. Maria Skłodowska-Curie – geboren in Polen und wissenschaftlich geprägt in Frankreich – sowie Albert Einstein als einer der bedeutendsten deutschen Physiker stehen wie kaum andere Persönlichkeiten für das geistige und kulturelle Erbe Europas.

Ihr Briefwechsel erinnert daran, dass Europas Zukunft nicht allein durch politische Entscheidungen gestaltet wird, sondern ebenso durch Menschen, die Wissen teilen, Brücken bauen und den Dialog suchen.

Eine besondere Verbindung zum Weimarer Dreieck besteht auch durch die Herausgeberin Dr. Ewa Łabno-Falęcka. Als Mitgründerin des Weimarer Dreiecks der Frauen engagiert sie sich seit vielen Jahren für den trilateralen Dialog zwischen Deutschland, Polen und Frankreich sowie für die Sichtbarkeit herausragender Frauenpersönlichkeiten in Europa. Mit der Edition dieses einzigartigen Briefwechsels leistet sie zugleich einen bedeutenden Beitrag zur europäischen Erinnerungskultur und zum gegenseitigen Verständnis zwischen den Nationen.

Mit der deutschen Ausgabe wird nicht nur ein bedeutendes Kapitel europäischer Wissenschaftsgeschichte einem neuen Leserkreis zugänglich. Das Werk steht zugleich für die Werte, die das Weimarer Dreieck seit 35 Jahren verbinden: wissenschaftliche Exzellenz, kulturellen Austausch, gegenseitigen Respekt und die Überzeugung, dass Europa durch Dialog und persönliche Begegnungen wächst. So wird das Buch zu einem Symbol jener Werte, für die das Netzwerk des Weimarer Dreiecks seit 35 Jahren steht: Dialog, Vertrauen, wissenschaftliche Zusammenarbeit, kultureller Austausch und die Überzeugung, dass Europa vor allem durch die Begegnung seiner Menschen wächst.

Hinweis für Leserinnen und Leser

Die Publikation „Briefe. Maria Skłodowska-Curie und Albert Einstein“ ist inzwischen in deutscher, polnischer, französischer und japanischer Sprache erhältlich. Alle bisher erschienenen Sprachfassungen können über die Berliner Buchhandlung Buchbund bezogen werden.

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Weimarer Dreieck e. V.
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