Frankreich würdigt das Jubiläumsjahr „35 Jahre Weimarer Dreieck“ mit einer internationalen Veranstaltungsreihe in Nancy. Vom 3. bis 5. Juli 2026 laden die Université de Lorraine, das Goethe-Institut Nancy, der Verein Gink’Go! sowie das Generalkonsulat der Republik Polen in Nancy zu wissenschaftlichen Vorträgen, Ausstellungen, Begegnungen und Konzerten ein. Die Veranstaltungsreihe zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen des Jubiläumsjahres „35 Jahre Weimarer Dreieck“ in Frankreich und unterstreicht die Bedeutung der deutsch-französisch-polnischen
Die Veranstaltungsreihe beginnt am 3. Juli mit der feierlichen Eröffnung und einer Ausstellung. Im Anschluss folgt eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Le Triangle de Weimar à l’épreuve du quotidien“ („Das Weimarer Dreieck im Alltag“), bei der aktuelle Perspektiven der trilateralen Zusammenarbeit diskutiert werden. Der 4. Juli steht ganz im Zeichen eines wissenschaftlichen Studientages, bevor die Veranstaltungsreihe am 5. Juli mit dem Konzert „Un voyage à travers l’Europe“ ihren Abschluss findet. Werke von Marc-Antoine Charpentier, Antonio Vivaldi, Marcin Józef Żebrowski und Johann Sebastian Bach machen den kulturellen Reichtum Europas und die enge Verbundenheit Frankreichs, Deutschlands und Polens hörbar.
Im Mittelpunkt des Studientages am 4. Juli 2026 stehen Vorträge renommierter Expertinnen und Experten aus Frankreich, Deutschland und Polen. So beleuchtet Prof. Dr. Józef M. Fiszer von der Polnischen Akademie der Wissenschaften die Bedeutung des Weimarer Dreiecks für die europäische Sicherheit, während Dr. Paul Maurice (CERFA/IFRI) die geopolitische Zukunft des Weimarer Dreiecks vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine analysiert. Weitere Beiträge widmen sich den historischen Grundlagen sowie der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck.
Mit Dieter Hackmann, Vorsitzender des Weimarer Dreieck e. V., ist auch das Netzwerk der 12 Bereiche des Weimarer Dreiecks in Nancy vertreten. In seinem Vortrag „Das Weimarer Dreieck – ein Netzwerk der Zukunft“ stellt er die Vision einer neuen Entwicklungsstufe des Weimarer Dreiecks vor. Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass ein dauerhaftes europäisches Netzwerk auch eine dauerhafte organisatorische Struktur benötigt.
„Ein starkes Netzwerk braucht eine Zentralstelle – und eine Zentralstelle braucht ein Weimarer Dreieck Haus.“
Mit diesem Leitgedanken präsentiert Dieter Hackmann die Idee eines Weimarer Dreieck Hauses als europäischen Ort der Begegnung, Vernetzung und Zusammenarbeit. Dort soll das Netzwerk der 12 Bereiche des Weimarer Dreiecks dauerhaft zusammengeführt, gemeinsame Projekte entwickelt und die trilaterale Zusammenarbeit organisatorisch gestärkt werden. Vorgesehen ist die Gründung einer Europäischen Genossenschaft (SCE), die Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft aus Deutschland, Polen und Frankreich unter einem gemeinsamen europäischen Dach vereint. Das Konzept versteht sich als langfristige Vision für eine stärkere institutionelle Verankerung und die Entwicklung des Weimarer Dreiecks zu einer europäischen Modellregion, in der Politik, Regionen, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung für die Zukunft Europas übernehmen.
Mit Nancy wurde bewusst ein Veranstaltungsort gewählt, der wie kaum eine andere französische Stadt mit dem europäischen Gedanken des Weimarer Dreiecks verbunden ist. Bereits 1999 und 2005 fanden hier Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Polens statt. Zugleich erinnert die Stadt mit dem zum UNESCO-Welterbe gehörenden Place Stanislas an Stanislaus I. Leszczyński, den ehemaligen König von Polen und späteren Herzog von Lothringen.
Auch auf kommunaler Ebene ist Nancy eng mit der Idee des Weimarer Dreiecks verbunden. Die Stadt pflegt seit 1955 eine Städtepartnerschaft mit Karlsruhe, die 1969 mit dem Europapreis des Europarates ausgezeichnet wurde, sowie seit 1988 mit der polnischen Universitätsstadt Lublin. Diese langjährigen Partnerschaften spiegeln den europäischen Gedanken des Weimarer Dreiecks auf kommunaler Ebene wider und machen Nancy zu einem besonders authentischen Ort des trilateralen Dialogs.
Der Weimarer Dreieck e. V. begrüßt diese internationale Initiative ausdrücklich. Sie verdeutlicht, dass das Weimarer Dreieck heute weit mehr ist als ein außenpolitisches Konsultationsformat. Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, die Zusammenarbeit der drei Länder weiterzuentwickeln und das Netzwerk der 12 Bereiche des Weimarer Dreiecks weiter auszubauen.
Mit der Jubiläumsveranstaltung in Frankreich gewinnt der europäische Dialog im Weimarer Dreieck weitere wichtige Impulse. Nancy verbindet auf besondere Weise die Geschichte Frankreichs, Deutschlands und Polens und zeigt, dass die Zukunft des Weimarer Dreiecks nicht allein in den Hauptstädten Europas gestaltet wird, sondern ebenso in den Regionen, Städten, Universitäten und zivilgesellschaftlichen Netzwerken. Gerade darin liegt das Potenzial des Weimarer Dreiecks, sich zu einer europäischen Modellregion zu entwickeln.
Weitere Informationen sowie das vollständige Programm der Veranstaltungsreihe finden Sie auf der Internetseite des Goethe-Instituts Nancy:
https://www.goethe.de/ins/fr/de/sta/nan/ver.cfm?event_id=27294318
