Ein sichtbares Zeichen europäischer Erinnerungskultur im Geist des Weimarer Dreiecks: Die Büste des polnischen Nationaldichters Adam Mickiewicz steht nun nicht mehr verdeckt hinter dem Schloss, sondern gut sichtbar vor dem Weimarer Stadtschloss am Burgplatz in Weimar.

Adam Mickiewicz verbindet auf besondere Weise die drei Länder des Weimarer Dreiecks – Polen, Deutschland und Frankreich. In allen drei Ländern erinnern Denkmäler an ihn und sein Werk. Der bedeutendste Vertreter der polnischen Romantik lebte viele Jahre im Exil in Paris, wo er am Collège de France lehrte. Zugleich war er ein großer Bewunderer Goethes und Schillers. Im August 1829 war Mickiewicz in Weimar zu Gast und nahm an den Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag Johann Wolfgang von Goethes teil.

Europa befand sich damals in einer Zeit tiefgreifender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Viele Nationen kämpften um Freiheit, Selbstbestimmung und kulturelle Identität. Polen war nach den Teilungen des Landes 1795 von der europäischen Landkarte verschwunden. Dichter und Intellektuelle wie Adam Mickiewicz wurden zu wichtigen Stimmen der nationalen Erinnerung und zugleich zu Brückenbauern zwischen den europäischen Kulturen.

Mickiewicz gilt bis heute als Dichter der Freiheit und als früher Visionär eines vereinten Europas. Seine Werke wie „Pan Tadeusz“ oder „Dziady“ prägen bis heute die europäische Kulturgeschichte und stehen für Verständigung, Erinnerung und den Dialog der Nationen Europas.

Der Weimarer Dreieck e.V. empfiehlt einen kurzen Besuch am Denkmal – als Einladung zum Innehalten, Nachdenken und Erinnern an die verbindende Kraft der europäischen Kultur.