Nach dem II. Runden Tisch und den Feierlichkeiten zum 35-jährigen Bestehen des Weimarer Dreiecks am 29. August 2026 berichten zahlreiche Teilnehmende und beteiligte Institutionen auf ihren Internetseiten und in den sozialen Medien über ihre Eindrücke aus Weimar.

Wir greifen diese Stimmen nach und nach auf: Wer war beim Runden Tisch vertreten? Welche Botschaften nehmen die Teilnehmenden mit? Und welche Impulse geben sie für die weitere Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen?

Marion Walsmann: Ein dauerhaftes Zuhause für das Weimarer Dreieck

Institution und Funktion:Europäisches Parlament, CDU/EVP; Sprecherin des Kompetenzbereichs Europa im Netzwerk des Weimarer Dreiecks
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Marion Walsmann

Die wichtigste Botschaft:
Nach 35 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit ist es Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. Das Weimarer Dreieck benötigt eine dauerhafte Struktur und einen festen Ort für Begegnungen, politischen Dialog und kulturelle Zusammenarbeit.

Marion Walsmann unterstützt deshalb die Idee eines „Weimarer-Dreieck-Hauses“ in Weimar. Ein solches Haus könnte zu einem zentralen Knotenpunkt für den Austausch zwischen Deutschland, Frankreich und Polen werden. Die in 35 Jahren gewachsene Partnerschaft bilde dafür ein starkes Fundament – für ein Europa, das zusammenhält.

Ihre zentrale Botschaft lautet: „Das Weimarer Dreieck braucht ein dauerhaftes Zuhause.“

Zum Facebook-Beitrag von Marion Walsmann

URAFA Hauts-de-France: Das Jubiläum aus französischer Perspektive

Organisation: Union Régionale Hauts-de-France des Acteurs Franco-Allemands pour l’Europe – URAFA Hauts-de-France pour l’Europe
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Barbara Martin-Kubis

Die wichtigste Botschaft:
Die URAFA Hauts-de-France betrachtet das Jubiläum aus französischer und zivilgesellschaftlicher Perspektive. In ihrem Beitrag hebt sie insbesondere die historischen Verbindungen sowie die vielfältigen partnerschaftlichen Beziehungen der Region Hauts-de-France zu Deutschland und Polen hervor.

Der II. Runde Tisch habe gezeigt, wie wichtig die grenzüberschreitende Vernetzung engagierter Personen und Institutionen für die Zukunft des Weimarer Dreiecks ist. Die URAFA berichtet außerdem über die Enthüllung der Adam-Mickiewicz-Büste, die Festveranstaltung „Drei Länder. Eine Stimme. Für Europa.“ und die Verleihung des Weimarer-Dreieck-Preises an die Stiftung Genshagen.

Zum Blogbeitrag der URAFA Hauts-de-France pour l’Europe

Dirk Schneemann: Das wirtschaftliche Potenzial gemeinsam nutzen

Organisationen:Deutsch-Französischer Wirtschaftskreis und Frankreich Initiative Ostdeutschland
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Dirk Schneemann

Die wichtigste Botschaft:
Das Weimarer Dreieck muss weiterentwickelt und insbesondere im Bereich der Wirtschaft gestärkt werden. Deutschland, Frankreich und Polen bieten gemeinsam große Chancen für Projekte in strategisch wichtigen Wirtschaftsbereichen.

Damit dieses Potenzial genutzt werden kann, braucht es nach Ansicht von Dirk Schneemann politischen Gestaltungswillen und unternehmerischen Mut. Von einer stärkeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit würden nicht nur die drei Länder des Weimarer Dreiecks, sondern ganz Europa profitieren.

Zum LinkedIn-Beitrag von Dirk Schneemann

Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch: Bestehende Netzwerke stärker verbinden

Organisation: Deutsch-Französische Hochschule
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch, Vizepräsidentin der Deutsch-Französischen Hochschule

Die wichtigste Botschaft:
Im Weimarer Dreieck bestehen bereits zahlreiche Projekte, Initiativen und Kooperationen auf politischer, regionaler, kultureller und wissenschaftlicher Ebene. Jetzt kommt es darauf an, diese Strukturen stärker miteinander zu verbinden und ihre Erfahrungen für neue gemeinsame Vorhaben zu nutzen.

Trinationale Studiengänge, Forschungsprogramme, Doktorandenkollegs und wissenschaftliche Netzwerke schaffen dauerhafte Verbindungen zwischen Menschen und Institutionen. Sie fördern den Austausch von Ideen und stärken die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen.

Zum LinkedIn-Beitrag von Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch

KoKoPol: Das Weimarer Dreieck ist auch ein Dreieck der Sprache

Organisation: Kompetenz- und Koordinationszentrum Polnisch – KoKoPol
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Liliana Barejko-Knops, gemeinsam mit Ewa Bobkiewicz vom Verein LAJKONIK

Die wichtigste Botschaft:
Das Weimarer Dreieck lebt nicht nur vom politischen und institutionellen Austausch, sondern auch von der Verständigung zwischen den Menschen. Sprache schafft Verbindungen, öffnet Türen und ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zum jeweiligen Nachbarland.

Deshalb sollte im Weimarer Dreieck auch das Erlernen der Sprachen der Partnerländer stärker gefördert werden. Die Botschaft von KoKoPol lautet: Das Weimarer Dreieck ist auch ein „Dreieck der Sprache“ – und eine seiner verbindenden Sprachen ist Polnisch.

Zum Facebook-Beitrag von KoKoPol
Zum Instagram-Beitrag von KoKoPol

Paulina Kleiner: Aus Kontakten sollen dauerhafte Netzwerke entstehen

Organisationen:Weimarer Dreieck e. V. und Landkreis Dahme-Spreewald
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Paulina Kleiner, stellvertretende Vorsitzende des Weimarer Dreieck e. V. und Europareferentin des Landkreises Dahme-Spreewald

Die wichtigste Botschaft:
Europa entsteht nicht allein durch politische Erklärungen. Es entsteht dort, wo Menschen einander begegnen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Der besondere Mehrwert des Runden Tisches liegt darin, Menschen und Institutionen zusammenzuführen, die sich bereits mit großem Engagement für das Weimarer Dreieck einsetzen, bislang aber häufig noch zu wenig voneinander wissen. Aus einzelnen Kontakten können verlässliche Netzwerke, aus guten Ideen gemeinsame Projekte und aus Begegnungen langfristige Partnerschaften entstehen.

Die gemeinsam unterzeichnete Erklärung bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Vernetzung der zwölf Kompetenzbereiche, die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle und die Entwicklung eines Europäischen Hauses des Weimarer Dreiecks.

Zum LinkedIn-Beitrag von Paulina Kleiner

Landkreis Dahme-Spreewald: Europa wird in den Regionen konkret

Organisation: Landkreis Dahme-Spreewald
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Landrat Sven Herzberger und Paulina Kleiner

Die wichtigste Botschaft:
Regionen, Landkreise, Städte und Gemeinden sind die Ebene, auf der das Weimarer Dreieck vom politischen Rahmen zur gelebten Wirklichkeit wird. Hier begegnen sich Menschen, Verwaltungen arbeiten grenzüberschreitend zusammen und aus gemeinsamen Zielen entstehen konkrete Projekte.

Der Landkreis Dahme-Spreewald stellte in Weimar seine langjährige Partnerschaft mit dem Powiat Wolsztyński, die trilaterale Zusammenarbeit mit der französischen Gemeinde Cabestany sowie Jugendprojekte wie „Forest Yourself“ und „Girls without Borders“ vor. Mit dem ersten Weimarer Dreieck-Tag des Landes Brandenburg am 14. Oktober 2026 in Lübben soll daraus ein dauerhaftes und übertragbares Format entstehen.

Zum Beitrag des Landkreises Dahme-Spreewald

Deutsch-Französisches Jugendwerk: Junge Menschen müssen Europa mitgestalten

Organisation: Deutsch-Französisches Jugendwerk – DFJW/OFAJ
Beim II. Runden Tisch vertreten durch: Florence Gabbe

Die wichtigste Botschaft:
Junge Menschen müssen aktiv in die europäische Zusammenarbeit einbezogen werden und den notwendigen Raum erhalten, Europa mitzugestalten. Wie das gelingen kann, zeigt das mit dem Weimarer-Dreieck-Preis 2026 ausgezeichnete JugendLabor „KulturPass“ der Stiftung Genshagen.

Junge Erwachsene aus Deutschland, Frankreich und Polen entwickelten darin gemeinsam Vorschläge, wie kulturelle Teilhabe verbessert und der Zugang zu Kunst und Kultur erleichtert werden kann. Das Projekt steht beispielhaft für eine trilaterale Zusammenarbeit, in der junge Menschen nicht nur teilnehmen, sondern eigene Ideen und konkrete europäische Lösungen entwickeln.

Zum LinkedIn-Beitrag des DFJW/OFAJ

Diese Übersicht wird fortlaufend um weitere Stimmen von Teilnehmenden und beteiligten Institutionen ergänzt.