Zum 35. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags setzen Deutschland und Polen ein besonderes Zeichen für Begegnung und europäische Verständigung: Mit dem Deutsch-Polnischen Freundschaftspass erhalten insgesamt 60.000 junge Menschen die Möglichkeit, das jeweilige Nachbarland kostenlos mit der Bahn zu erkunden.

Jeweils 30.000 junge Menschen mit Wohnsitz in Deutschland und Polen können einen speziell aufgelegten Interrail-Pass erhalten. Er ermöglicht sieben Reisetage innerhalb eines Monats im jeweiligen Nachbarland. Die Reisen können zwischen November 2026 und Oktober 2027 stattfinden.

Die Bewerbungsphase lief vom 15. bis zum 22. September 2026 und ist inzwischen abgeschlossen. Teilnahmeberechtigt waren junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren. Wie viele Bewerbungen in Deutschland und Polen insgesamt eingegangen sind, wurde bislang noch nicht veröffentlicht.

Begegnung braucht Verbindungen

Aus Sicht des Weimarer Dreieck e. V. ist der Freundschaftspass mehr als ein Angebot für kostenloses Reisen. Persönliche Begegnungen sind eine wesentliche Grundlage für gegenseitiges Verständnis und dauerhaft tragfähige Beziehungen in Europa. Damit junge Menschen ihre Nachbarländer kennenlernen, braucht es jedoch nicht nur Programme und Projekte, sondern auch gute, schnelle und unkomplizierte grenzüberschreitende Verkehrsverbindungen.

Gerade beim Schienenverkehr haben Deutschland und Polen für die kommenden Jahre ambitionierte Ziele formuliert. Im Februar 2026 vereinbarten beide Länder, ihre Zusammenarbeit bei der Modernisierung und beim Ausbau der Eisenbahnverbindungen deutlich zu verstärken. Vorgesehen sind unter anderem mehr Personen- und Güterverbindungen sowie kürzere Reisezeiten auf wichtigen Strecken wie Warschau–Berlin, Danzig–Stettin–Berlin und Przemyśl–Krakau–Breslau–Leipzig. Auch mögliche künftige Hochgeschwindigkeitsverbindungen sollen gemeinsam untersucht werden.

Diese bilaterale Entwicklung ist zugleich Teil einer größeren europäischen Perspektive. Ebenfalls im Februar 2026 kamen die Verkehrsminister Deutschlands, Frankreichs und Polens erstmals im Format des Weimarer Dreiecks zusammen. In ihrer gemeinsamen Erklärung verständigten sie sich auf eine engere Zusammenarbeit im Verkehrsbereich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem grenzüberschreitenden Schienenverkehr und der langfristigen Entwicklung leistungsfähiger europäischer Bahnverbindungen. Dabei wurde auch die Perspektive eines Hochgeschwindigkeitsnetzes zwischen Warschau, Berlin und Paris thematisiert.

Für den Weimarer Dreieck e. V. gehören beide Entwicklungen zusammen: Europäische Verständigung braucht Begegnung – und Begegnung braucht Verbindungen. Wenn Warschau, Berlin und Paris sowie die Regionen dazwischen künftig schneller und verlässlicher auf der Schiene erreichbar sind, stärkt dies nicht nur Wirtschaft und Mobilität. Es erleichtert insbesondere jungen Menschen, Vereinen, Schulen, Hochschulen und Kommunen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit tatsächlich zu leben.

Der Deutsch-Polnische Freundschaftspass macht diesen Gedanken für eine junge Generation unmittelbar erfahrbar. Er knüpft zugleich an den deutsch-französischen Freundschaftspass von 2023 an. Beide Initiativen zeigen, wie aus bilateralen Beziehungen konkrete europäische Begegnungen entstehen können – und wie wichtig es ist, diese Verbindungen im Rahmen des Weimarer Dreiecks weiter zusammenzuführen.

60.000 junge Reisende zwischen Deutschland und Polen sind damit nicht nur unterwegs ins Nachbarland. Sie sind Teil eines Europas, in dem Grenzen durch Begegnung, Austausch und gute Verbindungen an Bedeutung verlieren.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Deutsch-Polnischen Freundschaftspass, zu den Reisebedingungen und zum Verfahren gibt es auf der offiziellen Internetseite:

www.freundschaftspass.de