Dritte deutsch-französisch-polnische Jugendbegegnung fand in Wroniawy ihren Abschluss
Wroniawy/Polen 23. August 2026. Rund 30 Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Polen verbrachten vom 16. bis 23. August eine gemeinsame Woche im polnischen Wroniawy (LK Wolsztyn, Wielkopolskie). Bei der dritten Ausgabe des Umweltprojekts „Forest Yourself“ drehte sich alles um Wald, Natur, Klimaschutz – und natürlich um die Begegnung junger Menschen aus drei europäischen Ländern.
Gemeinsam mit dem Powiat Wolsztyński und der südfranzösischen Gemeinde Cabestany begleitete und koordinierte der Landkreis Dahme-Spreewald die von 2024 bis 2026 durchgeführte Projektreihe. Gastgeber der diesjährigen Begegnung war der Powiat Wolsztyński.
In Wroniawy wurde der Wald für eine Woche zum Klassenzimmer und Begegnungsort. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit den Folgen des Klimawandels, lernten mehr über Zecken und Prozessionsspinner, bauten einen Schutzunterstand und gestalteten gemeinsam die ökologische Skulptur „Forest Yourself“. Auch regionale Traditionen, Tänze und Trachten, kreative Workshops, Sprachspiele sowie die französischen, polnischen und deutschen Länderabende gehörten zum Programm.
„Forest Yourself hat gezeigt, was kommunale Partnerschaften leisten können: Sie bringen junge Menschen zusammen, die fast 1.800 Kilometer voneinander entfernt leben, aber vor denselben Zukunftsfragen stehen. In Lieberose, Cabestany und Wroniawy haben die Jugendlichen gemeinsam gelernt, Verantwortung übernommen und Freundschaften geschlossen. Genau so wird Europa vor Ort lebendig.“, sagt Sven Herzberger, Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald.
Drei Begegnungen, drei Landschaften
Mit der Woche in Wroniawy ging eine dreiteilige europäische Lernreise zu Ende. Den Auftakt machte 2024 die Lieberoser Heide im Landkreis Dahme-Spreewald. Dort setzten sich die Jugendlichen mit Klimawandel, Strukturwandel und Energiewende auseinander und diskutierten ihre Ideen mit Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung, Naturschutz und Regionalentwicklung. Die erste Begegnung wurde durch den von der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH betreuten Teilhabefonds Brandenburg gefördert.
2025 führte „Forest Yourself“ nach Cabestany und an die Mittelmeerküste. Plastikmüll, Überfischung und der Schutz der Meere standen ebenso im Mittelpunkt wie Schnorcheln im Naturschutzgebiet und kreative Arbeiten mit selbst hergestelltem Bioplastik. In Wroniawy ging es nun vor allem um den Wald, Naturbeobachtung und praktische Outdoor-Erfahrungen.
Zwischen Wolsztyn und Cabestany liegen rund 1.800 Straßenkilometer. Trotzdem stehen alle drei Partnerregionen vor ähnlichen Herausforderungen: Dürre und niedrige Wasserstände, hohe Temperaturen, Starkregen und Überschwemmungen. Wasser verbindet die Seen und Wälder Brandenburgs, die Landschaft rund um Wolsztyn und das Mittelmeer bei Cabestany.
Eine Idee der Jugendlichen wird Wirklichkeit
Die Idee zu „Forest Yourself“ entstand nicht am Schreibtisch, sondern bei den Jugendlichen selbst. Während des „Jugendkonvents im Weimarer Dreieck“ entwickelten junge Menschen aus Jugendbeiräten und Jugendorganisationen aus Dahme-Spreewald, Wolsztyn und Cabestany in den Jahren 2022 und 2023 gemeinsam Vorschläge für die Zukunft ihrer Kommunen. Einer davon war ein grenzüberschreitendes Camp, das Jugendliche für Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert.
Der Landkreis Dahme-Spreewald hat den Jugendkonvent als Modellprojekt zur Stärkung der Jugendbeteiligung in allen drei Partnerkommunen konzipiert. Er griff den Vorschlag der Jugendlichen auf und entwickelte ihn gemeinsam mit den Partnern zum Projekt „Forest Yourself“ weiter. Aus einer Idee wurde so eine dreijährige Begegnungsreihe in Deutschland, Frankreich und Polen.
Das Projekt wurde damit zu einem besonders anschaulichen Beispiel für die Kommunalpartnerschaft nach dem Vorbild des Weimarer Dreiecks. Zugleich verband es die Kompetenzbereiche „Kommunen“ und „Jugend“ im 12-Säulen-Netzwerk: Die kommunalen Partner schufen den verlässlichen Rahmen, die Jugendlichen füllten ihn mit ihren Ideen, Begegnungen und Freundschaften.
Die Begegnung 2026 wurde durch das Deutsch-Französische Jugendwerk und das Deutsch-Polnische Jugendwerk unterstützt.




