Von Weimar über Baku und Seoul bis nach Vancouver und Sydney: Das 35-jährige Bestehen des Weimarer Dreiecks fand weit über Deutschland, Frankreich und Polen hinaus Resonanz. Diplomatische Vertretungen feierten gemeinsam, veröffentlichten Videobotschaften und brachten die Bedeutung der trilateralen Zusammenarbeit in die öffentliche Debatte ihrer Gastländer ein. Wissenschaftliche Veröffentlichungen ergänzten den Blick auf die Zukunft des Formats.

Der folgende Überblick versammelt öffentlich auffindbare Veranstaltungen, Stimmen und Beiträge rund um die Jubiläumswoche Ende August und Anfang September 2026.

Weimar: Die Außenminister am Gründungsort

Am 3. September kamen die Außenminister Johann Wadephul, Jean-Noël Barrot und Radosław Sikorski in Weimar zusammen. In ihrer gemeinsamen Jubiläumserklärung würdigten sie die Zusammenarbeit der vergangenen 35 Jahre und formulierten Aufgaben für die Zukunft: ein handlungsfähigeres Europa, gemeinsame Verantwortung für Sicherheit, anhaltende Unterstützung der Ukraine sowie wirtschaftliche und technologische Souveränität.

Dabei beschränkten sie sich nicht auf Regierungspolitik. Die Erklärung hebt ausdrücklich die Zusammenarbeit der Zivilgesellschaft sowie wissenschaftlicher und kultureller Einrichtungen hervor – etwa den gemeinsamen Gastlandauftritt Deutschlands, Frankreichs und Polens auf der Leipziger Buchmesse 2027.

Zur gemeinsamen Erklärung der Außenminister

Aserbaidschan: Gemeinsamer Filmabend in Baku

Die Botschaften Deutschlands, Frankreichs und Polens begingen das Jubiläum am 29. August mit einem Filmabend im Kapellhaus in Baku. Die polnische Botschaft kündigte die Veranstaltung öffentlich an und berichtete anschließend darüber. Das Jubiläum wurde damit auch zum Anlass einer gemeinsamen kulturellen Begegnung außerhalb der Europäischen Union.

Zum Rückblick der Polnischen Botschaft in Baku

Kanada: Drei Generalkonsulate feiern in Vancouver

In Vancouver kamen die Generalkonsulinnen und Generalkonsuln Deutschlands, Frankreichs und Polens zu einer gemeinsamen Jubiläumsfeier in der französischen Residenz zusammen. Das deutsche Generalkonsulat berichtete darüber auf LinkedIn.

Sein Beitrag betont eine Besonderheit des Weimarer Dreiecks: Die Zusammenarbeit beruht auf kontinuierlichem politischem Dialog und gegenseitigem Verständnis. Als aktuelle Aufgaben nennt das Generalkonsulat die europäische Verteidigung, die Unterstützung der Ukraine sowie den Umgang mit Desinformation und ausländischer Einflussnahme.

Zum LinkedIn-Auftritt des Deutschen Generalkonsulats Vancouver mit dem Jubiläumsbeitrag

Australien: Gemeinsame Jubiläumsgrüße aus Sydney

Die Generalkonsulate Deutschlands, Frankreichs und Polens in Sydney veröffentlichten eine gemeinsame Videobotschaft zum 35. Geburtstag des Weimarer Dreiecks. Mit Glückwünschen in den drei Sprachen machten sie die trilaterale Freundschaft auch auf der anderen Seite der Welt sichtbar.

Zur Videobotschaft der Generalkonsulate in Sydney

Südkorea: Was können Europa und der Indopazifik voneinander lernen?

Einen ausführlichen gemeinsamen Gastbeitrag veröffentlichten die Botschafter Georg Schmidt, Philippe Bertoux und Bartosz Wiśniewski am 28. August im Korea Herald. Sie fragen, welche Erfahrungen des Weimarer Dreiecks für Südkorea und den Indopazifik von Bedeutung sein können.

Ihre zentrale Botschaft: Versöhnung bedeutet nicht, Geschichte zu vergessen, sondern aus ihr einen Grund zur Zusammenarbeit zu machen. Sicherheit brauche neben militärischer Stärke auch politisches Vertrauen, belastbare Institutionen, wirtschaftliche Kooperation und Verbindungen zwischen den Gesellschaften. Zugleich betonen die Autoren, dass Europa und Ostasien unterschiedliche historische Erfahrungen haben und keine fertigen Lösungen voneinander übernehmen können.

Zum gemeinsamen Gastbeitrag im Korea Herald

Indien: Jubiläumsrückblick auf den erweiterten Dialog

Die französische Botschaft in Indien nahm das Jubiläum zum Anlass, an das erste Treffen im Format Indien–Weimar im Januar 2026 in Frankreich zu erinnern. Der Beitrag stellt damit die internationale Öffnung des Weimarer Dreiecks in den Mittelpunkt.

Es handelt sich um einen Jubiläumsrückblick auf ein früheres Treffen, nicht um eine zusätzliche Veranstaltung in der Jubiläumswoche.

Zum Beitrag der Französischen Botschaft in Indien

Südafrika und die Vereinigten Arabischen Emirate: Jubiläumsbotschaften der Vertretungen

Auch die polnische Vertretung in Südafrika würdigte das 35-jährige Bestehen öffentlich und erinnerte an die 1991 begründete Partnerschaft zwischen Polen, Frankreich und Deutschland. In den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlichte die französische Botschaft eine Videobotschaft zum gemeinsamen politischen und diplomatischen Format.

Diese Beiträge dokumentieren die internationale Jubiläumskommunikation; sie sind für sich genommen kein Nachweis einer gesonderten Präsenzveranstaltung.

Zum Beitrag aus Südafrika und zur Videobotschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

Schweden: Das Weimarer Dreieck soll nach Norden blicken

In Schweden veröffentlichten die Botschafterinnen und Botschafter der drei Länder einen gemeinsamen Beitrag in der Wirtschaftszeitung Dagens Industri. Karolina Ostrzyniewska stellte ihn auf LinkedIn vor.

Unter dem Titel „Das Weimarer Dreieck und Schweden – für ein stärkeres Europa“ richten sie den Blick auf die Zusammenarbeit mit Nordeuropa. Das Jubiläum dient damit nicht nur dem Rückblick, sondern auch der Diskussion darüber, mit welchen Partnern das Format künftig enger zusammenarbeiten sollte.

Zum Beitrag von Karolina Ostrzyniewska mit Verweis auf den Gastartikel

Rumänien: Ein gemeinsames Zeichen der Solidarität

In Rumänien bekräftigten die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Polens anlässlich des Jubiläums ihre Solidarität mit dem Gastland. Der von Nine O’Clock aufgegriffene Beitrag verbindet den Jahrestag mit einer aktuellen politischen Botschaft: Europäische Partnerschaft bedeutet auch gegenseitige Unterstützung.

Zum Bericht über die gemeinsame Botschaft in Rumänien

Eine wissenschaftliche Stimme zum Jubiläum: Zusammenarbeit braucht sichtbare Ergebnisse

Das Institut für Öffentliche Angelegenheiten in Warschau und die Heinrich-Böll-Stiftung Warschau ergänzten die Jubiläumsdebatte um eine gemeinsame Meinungsumfrage in Deutschland, Frankreich und Polen.

Mindestens zwei Drittel der Befragten in jedem Land wünschen sich, dass die Zusammenarbeit auf dem bestehenden Niveau fortgesetzt oder ausgebaut wird. Gleichzeitig bleibt das Format vielen Menschen wenig bekannt. Die Veröffentlichung leitet daraus einen klaren Auftrag ab: Das Weimarer Dreieck muss verständlicher, sichtbarer und durch konkrete Ergebnisse im Alltag erfahrbar werden.

Zur Veröffentlichung „More cooperation, tangible results“

Ein europäisches Jubiläum mit internationaler Resonanz

Die gesammelten Beiträge zeigen unterschiedliche Zugänge zu derselben Partnerschaft: kulturelle Begegnungen in Baku, gemeinsames Feiern in Vancouver, Videogrüße aus Sydney und politische Denkanstöße aus Seoul und Stockholm. Das Außenministertreffen in Weimar verbindet diese Jubiläumsresonanz mit einem Arbeitsauftrag für die kommenden Jahre.

Stand: 6. September 2026. Die Übersicht dokumentiert öffentlich auffindbare Beispiele und wird ergänzt. Sie erhebt keinen Anspruch auf weltweite Vollständigkeit. Wo das genaue Datum einer Feier nicht aus der Quelle hervorgeht, wird kein Veranstaltungstag angegeben.