Weimarer-Dreieck-Haus

Man bildet sich durch Umgang.

– Charlotte von Stein

1. Unsere Vision für das Haus der Frau von Stein

Im Rahmen der zukünftigen Nutzung des Hauses der Frau von Stein eröffnet sich die besondere Möglichkeit, die herausragende kulturhistorische Bedeutung des Gebäudes mit einer dauerhaften institutionellen Funktion von europäischer Relevanz zu verbinden. Aufbauend auf der Geschichte des Hauses als Ort des geistigen Austauschs und der internationalen Begegnung wird vorgeschlagen, hier eine Zentrale Stelle des Weimarer Dreiecks zu etablieren. Ziel ist es, erstmals einen dauerhaft verorteten institutionellen Anlaufpunkt für die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Polen und Frankreich zu schaffen. Das Haus wird damit zu einem sichtbaren und arbeitsfähigen Zentrum des Weimarer Dreiecks, das über punktuelle Begegnungen hinausgeht und eine kontinuierliche Zusammenarbeit ermöglicht. Die besondere Relevanz dieses Ansatzes wird durch die aktuelle Unterstützung auf diplomatischer Ebene unterstrichen:
Im Rahmen von persönlichen Gesprächen am 4. Mai 2026 in Berlin zwischen dem Vorsitzenden des Weimarer Dreieck e. V., Dieter Hackmann, mit den Vertretern der polnischen Botschaft und der französischen Botschaft wurde die Einrichtung einer zentralen Stelle zum Weimarer Dreieck im Haus der Frau von Stein ausdrücklich begrüßt und als wichtigen und richtigen Schritt bewertet. Beide Botschaften sind Gründungsmitglieder des Weimarer Dreieck e.V. Die historische Bedeutung des Hauses der Frau von Stein soll dabei nicht nur bewahrt, sondern aktiv in die Zukunft weitergetragen werden. Mit dem „Charlotte-von-Stein-Salon“ erhält Charlotte von Stein einen dauerhaften Platz im Haus der Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft. Der Salon dient als Ort europäischer Salonkultur, der Erinnerungskultur sowie des geistigen Austauschs. Das Weimarer Dreieck Haus verbindet somit Weimarer Klassik mit moderner europäischer
Netzwerkgesellschaft.

2. Vorstellung der Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft Societas Cooperativa Europaea mit beschränkter Haftung (WDH-SCE mbH i. G.)

Die Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft ist Teil des Konzepts eines Weimarer Dreieck Hauses, das als perspektivisches Zentrum der europäischen Zusammenarbeit im Rahmen des Weimarer Dreiecks konzipiert ist. Es ergibt sich als logische Weiterentwicklung des gewachsenen trilateralen Netzwerks und insbesondere des 12-Säulen-Modells, das die zentralen gesellschaftlichen Bereiche der Zusammenarbeit abbildet. Ausgangspunkt sind dabei die grundlegenden Leitfragen:
Wer ist beteiligt? Was sind die Inhalte? Wo findet Zusammenarbeit statt?

Während im bestehenden Netzwerk Akteurinnen und Akteure identifiziert, ihre Kompetenzen sichtbar gemacht und Projekte initiiert werden, schafft das Weimarer Dreieck Haus erstmals einen gemeinsamen Ort für Begegnung, Koordination und Weiterentwicklung. Es versteht sich als physischer und zugleich symbolischer Raum einer europäischen Netzwerkgesellschaft. Die Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft versteht sich als europäische Kultur- und Netzwerkgenossenschaft zur Förderung der trilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Polen und Frankreich. Die geplante Societas Cooperativa Europaea (SCE) bildet die institutionelle Grundlage für eine dauerhafte europäische Vernetzung im Rahmen des Weimarer Dreiecks. Ziel ist die Bündelung gesellschaftlicher, kultureller, wissenschaftlicher und kommunaler Akteure in einer gemeinsamen europäischen Struktur. Die Gesellschaft verfolgt gemeinnützige Zwecke und dient insbesondere:

  • der Förderung europäischer Verständigung,
  • der Vernetzung der 12 Kompetenzbereiche des Weimarer Dreiecks,
  • der Entwicklung gemeinsamer Projekte,
  • der Unterstützung trilateraler Initiativen,
  • sowie der Schaffung einer dauerhaften zentralen Stelle zum Weimarer Dreieck.

3. Erläuterung der Beweggründe für die Bewerbung

Im Jahr 2026 wird das 35-jährige Jubiläum des Weimarer Dreiecks gefeiert. Gleichzeitig steht Europa vor tiefgreifenden politischen, gesellschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen. Das Weimarer Dreieck besitzt heute eine größere Bedeutung denn je. Im Rahmen des Jubiläums des Vereins Weimarer Dreieck e. V. am 27.08.2025 in der Weimarhalle kamen erstmals Vertreterinnen und Vertreter aller zwölf Kompetenzbereiche des Weimarer Dreiecks an einem gemeinsamen „Runden Tisch“ zusammen. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeit zum Weimarer Dreieck inzwischen ein Ausmaß erreicht hat, das dauerhafte professionelle Strukturen erforderlich macht.

Bislang erfolgte die trilaterale Netzwerkarbeit der drei Weimarer-Dreieck-Vereine in Weimar, Warschau und Paris nahezu ausschließlich ehrenamtlich und ohne institutionelle Förderung. Der zunehmende Bedarf an:

  • internationaler Vernetzung,
  • Wissensmanagement,
  • Projektmanagement,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Veranstaltungskoordination,
  • Fördermittelberatung
  • und dauerhaften Austauschformaten.

macht die Schaffung einer zentralen Stelle erforderlich. Das Haus der Frau von Stein bietet hierfür ideale Voraussetzungen. Es verbindet historische
Bedeutung, kulturelle Identität, internationale Strahlkraft und räumliche Eignung auf einzigartige Weise.

4. Nutzungskonzept

Das Haus als Ort der europäischen Netzwerkgesellschaft. Das Weimarer Dreieck Haus soll als offene Plattform für Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und internationale Zusammenarbeit dienen. Das Nutzungskonzept orientiert sich an den zwölf Kompetenzbereichen des Weimarer Dreiecks:
Die inhaltliche und organisatorische Struktur der Zentralen Stelle basiert auf der bestehenden 12-Säulen-Gliederung des Weimarer Dreiecks, die im Haus sichtbar, zugänglich und aktiv genutzt wird.

Diese umfasst:

  1. Europa – gemeinsamer politischer und institutioneller Rahmen der Zusammenarbeit
    nach dem Weimarer Dreieck Plus Prinzip
  2. Nationen – Kooperation der Staaten Deutschland, Polen und Frankreich
  3. Regionen – Zusammenarbeit der Bundesländer, Woiwodschaften und Regionen
  4. Kommunen – Städte, Gemeinden und Landkreise als Orte konkreter Zusammenarbeit
  5. Stiftungen – Förderung und Unterstützung trilateraler Projekte
  6. Vereine – zivilgesellschaftliche Organisationen als Träger von Engagement
  7. Jugend – Austausch und Beteiligung junger Menschen als Zukunft Europas
  8. Initiativen – innovative, bürgernahe Projekte und neue Impulse
  9. Wirtschaft – Unternehmen und wirtschaftliche Kooperationen
  10. Erinnerung – gemeinsame Auseinandersetzung mit Geschichte und Verantwortung
  11. Wissenschaft – Forschung, Bildung und akademischer Austausch
  12. Kunst und Kultur – kulturelle Zusammenarbeit als verbindendes Element

Für jeden dieser Bereiche wird im Haus eine Anlaufstelle mit Informations- und Präsentationsmöglichkeiten geschaffen. Dadurch entsteht ein Ort, an dem die Vielfalt des Weimarer Dreiecks nicht nur dargestellt, sondern aktiv gelebt und weiterentwickelt wird. Alle zwölf Bereiche erhalten im Haus Präsentations- und Vernetzungsmöglichkeiten. Das Haus dient ganzjährig:

  • Ausstellungen,
  • Konferenzen,
  • Seminaren,
  • Begegnungen,
  • kulturellen Veranstaltungen,
  • wissenschaftlichem Austausch,
  • Jugendprojekten,
  • trilateralen Netzwerktreffen
  • und europäischen Dialogformaten.

Charlotte-von-Stein-Salon

Ein besonderer Bestandteil des Weimarer Dreieck Hauses ist die Einrichtung eines „Charlotte-von-Stein-Salons“ als Ort der europäischen Begegnung, Erinnerungskultur und Salonkultur.

Der Salon knüpft bewusst an die historische Bedeutung Charlotte von Steins und ihres Hauses als Ort des geistigen Austauschs, der Kultur und der Begegnung bedeutender Persönlichkeiten an. Diese Tradition soll im Weimarer Dreieck Haus in zeitgemäßer europäischer Form weitergeführt werden. Der Charlotte-von-Stein-Salon dient künftig europäischen Gesprächsformaten „Salongesprächen“, Lesungen und kulturellen Veranstaltungen zum Andenken an Frau von Stein. Zugleich erhält Charlotte von Stein einen dauerhaften symbolischen Platz am „Runden Tisch des Weimarer Dreiecks“. Damit wird die historische Identität des Hauses aktiv in die europäische Zukunft weitergetragen. Der Salon verbindet die Tradition der Weimarer Klassik mit der Idee einer modernen europäischen Netzwerkgesellschaft und schafft einen Raum, in dem Dialog, Kultur und Verständigung sichtbar gelebt werden. Im Nutzungskonzept nimmt der Charlotte-von-Stein-Salon daher eine besondere Rolle als kultureller und geistiger Mittelpunkt des Hauses ein.

5. Ganzjährige Nutzung und lebendiger Austausch

Das Weimarer Dreieck Haus wird über das gesamte Jahr hinweg durch die Partner und Vertreterinnen und Vertreter der zwölf Bereiche genutzt. Durch Ausstellungen, Präsentationen, Veranstaltungen und thematische Formate gestalten die beteiligten Akteurinnen und Akteure das Haus kontinuierlich. Ergänzt wird dies durch die Möglichkeit, Gruppen, Delegationen und Projektteams im Haus aufzunehmen und dort gemeinsam zu arbeiten. Das Haus verfügt über Seminar- und Arbeitsräume, die für Workshops, Fachveranstaltungen und trilaterale Begegnungen genutzt werden können. Darüber hinaus stehen Unterkunftsmöglichkeiten für internationale Gäste, Projektpartner und Gastreferentinnen und Gastreferenten zur Verfügung, wodurch mehrtägige Programme und nachhaltige Kooperationen ermöglicht werden. Die vorhandene bzw. geplante Kücheninfrastruktur unterstützt die Versorgung von Gruppen und Veranstaltungen und trägt zu einer eigenständigen und flexiblen Nutzung des Hauses bei. So entsteht ein Ort, an dem Arbeiten, Austausch und gemeinsames Leben miteinander verbunden sind und europäische Zusammenarbeit konkret erfahrbar wird.

Funktionale Ausrichtung

Die Zentrale Stelle übernimmt eine dauerhafte koordinierende und unterstützende Funktion für das Weimarer Dreieck. Zu den zentralen Aufgaben gehören:

  • Ansprechpartnerfunktion für die 12 Bereiche und deren Untergliederungen
  • Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren aus Deutschland, Polen und Frankreich
  • Beratung und Unterstützung bei trilateralen Projekten
  • Projektmanagement und Begleitung von Kooperationen
  • Aufbau und Betreuung eines deutsch-polnisch-französischen Bürgerfonds
  • Organisation von Begegnungs-, Dialog- und Fachformaten

Damit entsteht erstmals eine kontinuierlich arbeitende Struktur, die das Weimarer Dreieck
nachhaltig stärkt.

5.1. Weimarer Dreieck Restaurant, Vinothek und Europabibliothek

Die vorhandene bzw. geplante Kücheninfrastruktur unterstützt die Versorgung von Gruppen, Veranstaltungen und internationalen Begegnungsformaten und trägt zu einer eigenständigen sowie flexiblen Nutzung des Hauses bei. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines „Weimarer Dreieck Restaurants“ vorgesehen. Bislang existiert in Deutschland lediglich ein Restaurant mit ausdrücklichem Bezug zum Weimarer Dreieck in Berlin. Das geplante Restaurant im Haus der Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft wäre somit das zweite Weimarer Dreieck Restaurant Deutschlands und zugleich das erste seiner Art in Weimar. Das Restaurant soll ein öffentlich zugänglicher Ort der Begegnung werden, an dem Besucherinnen und Besucher die kulinarischen Traditionen Deutschlands, Polens und Frankreichs erleben können. Durch Speisen, regionale Produkte und gemeinsame gastronomische Formate werden die kulturellen Besonderheiten der drei Länder sichtbar und erlebbar gemacht.

Das Weimarer Dreieck Restaurant versteht sich damit nicht nur als gastronomisches Angebot, sondern zugleich als Ort europäischer Verständigung, des Austauschs und der gelebten trilateralen Kultur. Es ergänzt die kulturelle und gesellschaftliche Arbeit des Hauses um eine alltagsnahe und verbindende Dimension. Ergänzend ist die Einrichtung einer Vinothek des Weimarer Dreiecks vorgesehen, in der ausgewählte Weine, Spirituosen und weitere traditionelle Getränke aus Deutschland, Polen und Frankreich präsentiert und angeboten werden. Die Vinothek soll als atmosphärischer Begegnungsort die kulturelle Vielfalt der drei Länder auf besondere Weise erfahrbar machen und das gastronomische Konzept des Hauses ergänzen.

Verbunden wird die Vinothek mit einer öffentlich zugänglichen Europabibliothek und Lese- 8 lounge, die literarische Werke, historische Publikationen, wissenschaftliche Beiträge sowie europäische Texte aus den Ländern des Weimarer Dreiecks und darüber hinaus zugänglich macht. Vorgesehen sind insbesondere Literatur aus Deutschland, Polen und Frankreich, Werke zur europäischen Verständigung, Erinnerungskultur, Geschichte, Politik, Wissenschaft
sowie zeitgenössische europäische Literatur. Die Kombination aus Restaurant, Vinothek und Europabibliothek schafft einen niedrigschwelligen öffentlichen Ort der Begegnung, des Austauschs und der europäischen Kulturvermittlung. Das Haus der Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft verbindet damit Genuss, Bildung, Kultur und Dialog in einzigartiger Weise und stärkt die Sichtbarkeit des Weimarer Dreiecks als lebendigen europäischen Kultur- und Begegnungsraum.
Zugleich leisten Restaurant- und Veranstaltungsbetrieb einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Gesamtkonzeptes und eröffnen zusätzliche Einnahmemöglichkeiten für den langfristigen Betrieb des Weimarer Dreieck Hauses.

5.2. Zimmer der Gastfreundschaft

Im Dachgeschoss des Weimarer Dreieck Hauses entsteht ein besonderes „Zimmer der Gastfreundschaft“. Die Idee knüpft an die in Polen tief verwurzelte Tradition des gedeckten Platzes für den unerwarteten Gast an und verbindet diese mit der französischen Salonkultur sowie der deutschen Tradition des offenen Bildungs- und Begegnungshauses. Gleichzeitig greift das Konzept den Gedanken einer europäischen Familie auf – einer Gemeinschaft, die Offenheit, gegenseitige Unterstützung und menschliche Verbundenheit über Ländergrenzen hinweg lebt. Das Zimmer soll Menschen offenstehen, die kurzfristig Schutz, Ruhe, Begegnung oder einen Ort des europäischen Austauschs benötigen. Darüber hinaus versteht sich das „Zimmer der Gastfreundschaft“ als Ausdruck eines familiären Europas – eines Europas, das nicht allein auf politischen und institutionellen Strukturen beruht, sondern auf zwischenmenschlicher Nähe, Vertrauen, Fürsorge und gelebter Gemeinschaft. Wie in einer Familie soll hier das Gefühl entstehen, willkommen zu sein, unabhängig von Herkunft, Sprache oder Lebensweg. Die Nutzung des Zimmers erfolgt grundsätzlich unentgeltlich und versteht sich als symbolischer Ausdruck europäischer Gastfreundschaft, Solidarität und Verständigung. Im Geiste der Weimarer Salonkultur Charlotte von Steins steht das „Zimmer der Gastfreundschaft“ für Offenheit, Begegnung und europäische Verständigung. Es soll zugleich ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Europa nicht nur durch Institutionen, sondern vor allem durch Menschlichkeit, kulturellen Austausch und gegenseitige Unterstützung getragen wird. Das „Zimmer der Gastfreundschaft“ ergänzt damit das Gesamtkonzept des Weimarer Dreieck Hauses als Ort der trilateralen Zusammenarbeit, der europäischen Netzwerkgesellschaft und des gelebten europäischen Gedankens.

5.3. Nutzung des Erdgeschosses

Bruttofläche: 335 m²
Nettofläche: 269 m²
Verkehrsfläche: 56 m²
Im Erdgeschoss bildet der Saal mit einer Größe von ca. 134 m² den zentralen Ort des Hauses. Hier entsteht:

  • die Möglichkeit eines „Runden Tisches“ zum Weimarer Dreieck,
  • ein multifunktionaler Veranstaltungsraum,
  • ein Ort für Konferenzen, Vorträge, Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen,
  • sowie ein zentraler Begegnungsraum für die Akteure der 12 Kompetenzbereiche.

Der Runde Tisch symbolisiert die europäische Netzwerkgesellschaft und den gleichberechtigten Dialog zwischen Politik, Gesellschaft und Kultur. Im Erdgeschoss soll darüber hinaus eine Veranstaltungsgastronomie entstehen, die Veranstaltungen, Seminare und internationale Begegnungen begleitet und das Haus auch für Bürgerinnen und Bürger Weimars öffnet.

5.4. Nutzung des 1. Obergeschosses

Bruttofläche: 413 m²
Nettofläche: 312 m²
Verkehrsfläche: 101 m²
Im 1. Obergeschoss stehen nach Fertigstellung:

  • ca. ein ca. 52 m² großer Seminarraum,
  • sowie bis zu zehn Büroräume zur Verfügung.

Die Räume sollen sowohl für Eigenveranstaltungen wie auch:

  • gemeinwohlorientierten Initiativen,
  • trilateralen Projekten,
  • Vereinen,
  • wissenschaftlichen Kooperationen,
  • kulturellen Initiativen
  • und Akteuren der 12 Kompetenzbereiche

zu vergünstigten Konditionen zur Verfügung gestellt werden. Der Seminarraum dient insbesondere: Bildungsprojekten, internationalen Workshops, Jugendbegegnungen, wissenschaftlichen Veranstaltungen, Schulungen sowie europäischen Austauschformaten.

5.5. Nutzung Dachgeschoss

Bruttofläche: 333 m²
Nettofläche: 230 m²
Verkehrsfläche: 103 m²
Im Dachgeschoss entstehen Gästezimmer für Eigen- und Fremdbedarf. Die zeitweise Anmietung der Zimmer trägt zusätzlich zur Generierung von Einnahmen und zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Gesamtkonzeptes bei.

6. Geplanter Zeitpunkt der Nutzungsaufnahme

Nach erfolgreicher Vergabe des Erbbaurechts soll zeitnah die Gründung der Weimarer Dreieck Netzwerk Gesellschaft – Societas Cooperativa Europaea mit beschränkter Haftung (WDH-SCE mbH i. G.) erfolgen. Die Nutzungsaufnahme des Hauses wird nach Abschluss der erforderlichen Sanierungs- und Ausbauarbeiten angestrebt. Ziel ist ggf. eine schrittweise Inbetriebnahme einzelner Nutzungsbereiche bereits während der Aufbauphase. Wir gehen von einer Vergabeentscheidung Mitte des Jahres 2026 sowie von einem Abschluss des Vertrages zum Erbbaurecht bis Ende 2026 aus. Für die Baufertigstellung und Einrichtung des Hauses veranschlagen wir einen Zeitraum von etwa 12 Monaten, damit könnte die Wiedereröffnung des Hauses der Frau von Stein als Zentrum des Weimarer Dreiecks zum 279. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe am 28.08.2028 erfolgen.

7. Langfristige Tragfähigkeit des Nutzungskonzeptes

Das Nutzungskonzept basiert auf einer Kombination aus:

  • gemeinwohlorientierter Nutzung,
  • europäischer Projektarbeit,
  • Veranstaltungen,
  • Seminarbetrieb,
  • Kooperationen,
  • Netzwerkarbeit
  • sowie institutionellen Partnerschaften.

Die langfristige Tragfähigkeit wird insbesondere durch:

  • die breite europäische Netzwerkstruktur,
  • die Beteiligung zahlreicher Akteure aus 12 Kompetenzbereichen,
  • internationale Kooperationen,
  • Fördermittel,
  • Veranstaltungsformate
  • sowie die schrittweise institutionelle Professionalisierung gesichert.

8. Unsere Ziele

Bedeutung und Alleinstellungsmerkmal

Mit der Einrichtung der Zentralen Stelle des Weimarer Dreiecks entsteht im Haus der Frau von Stein ein einzigartiger Ort europäischer Zusammenarbeit. Das Gebäude entwickelt sich zu einem dauerhaft aktiven Zentrum des Weimarer Dreiecks, das die internationale Sichtbarkeit Weimars stärkt und europäische Zusammenarbeit konkret organisiert und gestaltet.

Weimar als Zentrum einer europäischen Modellregion des Weimarer Dreiecks

Wir entwickeln das Weimarer Dreieck von einem politischen Format zu einem operativen Modell europäischer Zusammenarbeit – mit Weimar als Zentrum.

Das Weimarer Dreieck steht seit über drei Jahrzehnten für die politische Verständigung zwischen Deutschland, Polen und Frankreich. Vor dem Hintergrund aktueller europäischer Herausforderungen – von geopolitischen Spannungen über gesellschaftliche Transformationsprozesse bis hin zur Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Integration – gewinnt dieses Format eine neue strategische Bedeutung. Es bietet das Potenzial, sich von einem primär politischen Dialogformat zu einer praktisch wirksamen Modellregion europäischer Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. In dieser Modellregion werden Kooperationen nicht nur politisch angestoßen, sondern strukturell organisiert, operativ umgesetzt und nachhaltig verstetigt. Das Weimarer Dreieck Haus im Haus der Frau von Stein übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Es wird zur zentralen Koordinations- und Umsetzungsstelle dieser Entwicklung und schafft erstmals eine dauerhafte institutionelle Infrastruktur für die trilaterale Zusammenarbeit. Damit entsteht ein Ort, der:

  • als Schnittstelle zwischen europäischer Politik und Zivilgesellschaft fungiert
  • Programme und Initiativen des Bundes und der Europäischen Union aufgreift und
    in konkrete Projekte übersetzt
  • und als Plattform für die Entwicklung und Umsetzung trilateraler Vorhaben dient

Die im Haus verankerte Struktur der zwölf Bereiche des Weimarer Dreiecks ermöglicht es, alle relevanten gesellschaftlichen Ebenen – von Politik und Verwaltung über Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur bis hin zur Zivilgesellschaft – systematisch einzubinden. Dadurch entsteht ein skalierbares Modell europäischer Zusammenarbeit, das über die drei Länder hinaus Wirkung entfalten kann. Weimar nimmt in diesem Kontext eine herausgehobene Rolle ein. Als historischer Ort europäischer Kultur und politischer Symbolik bietet die Stadt die notwendige Legitimation und Strahlkraft, um diese Entwicklung zu tragen. Mit der Etablierung der Zentralen Stelle des Weimarer Dreiecks wird Weimar zu einem sichtbaren und arbeitsfähigen Zentrum europäischer Kooperation. Für den Bund und die Europäische Union eröffnet sich damit die Möglichkeit, ein bestehendes politisches Format durch eine dauerhafte operative Struktur zu ergänzen und dessen Wirkung deutlich zu verstärken. Das Weimarer Dreieck kann so zu einem Pilotmodell für europäische Zusammenarbeit werden, das als Referenz für andere Regionen dient. In dieser Perspektive entsteht eine neue Qualität europäischer Politik:
Das Weimarer Dreieck wird zu einem praktisch funktionierenden Labor europäischer Integration, in dem politische Zielsetzungen in konkrete Zusammenarbeit übersetzt werden. Weimar wird damit nicht nur Ort der europäischen Erinnerung, sondern Zentrum eines zukunftsgerichteten europäischen Modells, das aktiv zur Stärkung Europas beiträgt.

9. Schlusswort

Das Weimarer Dreieck steht vor der historischen Chance, sich von einem informellen Netzwerk zu einer dauerhaften europäischen Plattform weiterzuentwickeln. Das Haus der Frau von Stein kann dabei zum sichtbaren Zentrum dieser Entwicklung werden – als Ort des Dialogs, der Verständigung, der Kultur, der Wissenschaft und der europäischen Zusammenarbeit. Das Weimarer Dreieck Haus soll Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas miteinander verbinden und ein dauerhaftes Zeichen für trilaterale Freundschaft und europäische Netzwerkgesellschaft setzen.

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