15 Jahre Weimarer Dreieck e.V. – Ein starkes Signal für Europa
Ein starkes Zeichen für die Zukunft Europas: Am 27. August 2025 versammelten sich erstmals seit Bestehen des Weimarer Dreieck e.V. rund 120 Akteurinnen und Akteure aus ganz Europa zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen in Weimar. Unter dem Motto „Weimarer Dreieck Verein(t)“ hatte der Verein in die Weimarhalle eingeladen.
Vertreterinnen und Vertreter aus Europa-, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie aus Kultur, Zivilgesellschaft, Stiftungen, Wirtschaft und weiteren Bereichen kamen zusammen, um die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen neu zu beleben, zu vernetzen und strategisch weiterzuentwickeln.
Markt der Möglichkeiten
Ein zentrales Element des Kongresses war der interaktive „Markt der Möglichkeiten“. Hier stellten sich die zwölf Kompetenzbereiche des Weimarer Dreiecks umfassend vor und gaben Einblicke in ihre Arbeitsfelder, Projekte und Perspektiven.
Die Vielfalt der Akteurinnen und Akteure wurde dabei unmittelbar sichtbar und bot den Teilnehmenden zahlreiche Anknüpfungspunkte für Austausch, Vernetzung und zukünftige Kooperationen.
Runder Tisch – Ein historischer Schritt
Ein besonderer Meilenstein des Kongresses war der erstmals in der Geschichte des Weimarer Dreiecks durchgeführte „Runde Tisch“. Vertreterinnen und Vertreter aller zwölf Kompetenzbereiche sowie unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppen kamen hier zusammen – von Politik über Zivilgesellschaft und Wirtschaft bis hin zu Kultur, Wissenschaft und Jugend.
Damit wurde erstmals ein umfassender, strukturierter Dialog über die zukünftige Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck auf breiter gesellschaftlicher Basis ermöglicht.
Ziel war es, eine konkrete und nachhaltige Form der übergreifenden Zusammenarbeit zu entwickeln und das Netzwerk des Weimarer Dreiecks strategisch weiterzuentwickeln. Der „Runde Tisch“ setzte damit ein starkes Zeichen für ein neues Kapitel der trilateralen Kooperation – offen, vernetzt und getragen von vielfältigen Akteurinnen und Akteuren.
Wie der Vorsitzende des Vereins, Dieter Hackmann, betonte:
„Das Weimarer Dreieck ist mehr als die Summe politischer Erklärungen. Es lebt von seiner Vielfalt und dem Engagement seiner Akteurinnen und Akteure. Noch nie war es so wichtig wie heute.“
Preisverleihung und Ehrenmitgliedschaften
Ein weiterer zentraler Programmpunkt war die Verleihung des Weimarer-Dreieck-Preises, mit dem besonderes Engagement für die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich und Polen gewürdigt wurde.
Der Preis 2025 wurde an das Projekt „Jazda! – Deutsch-Polnisch-Französischer Begegnungszyklus von jungen Erwachsenen“ verliehen. Ausgezeichnet wurden die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung gemeinsam mit ihren Projektpartnern: dem Museum Friedland, dem Internationaler Bund (IB) sowie dem Foyer International d’études françaises.
Das Projekt brachte junge Erwachsene aus Frankreich, Deutschland und Polen zusammen und setzte sich kreativ mit den Themen Grenzen, Migration und Identität auseinander. Durch interkulturellen Austausch, künstlerische Formate und gemeinsame Reflexion entstanden neue Perspektiven auf europäische Zusammenhänge, die in Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
Der Weimarer-Dreieck-Preis wird jährlich vom Weimarer Dreieck e.V. gemeinsam mit der Stadt Weimar verliehen und ist mit einem Preisgeld von 2.000 Euro sowie einer eigens geschaffenen Holzskulptur verbunden.
Im Anschluss daran wurden Ehrenmitgliedschaften des Weimarer Dreieck e.V. an den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk verliehen. Die Auszeichnungen wurden stellvertretend durch Vertreter der jeweiligen Botschaften entgegengenommen.
Mit dieser Ehrung würdigte der Verein die besondere Bedeutung beider Persönlichkeiten für die Weiterentwicklung der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit im Rahmen des Weimarer Dreiecks.
Kulturelle Darbietung: „Goethe – Doppeltes Profil“
Am Abend folgte ein besonderes kulturelles Ereignis: Der polnische Künstler Jacek Cygan präsentierte gemeinsam mit seinem Ensemble die Deutschlandpremiere des Musiktheaterstücks „Goethe – Doppeltes Profil“.
Im Musiktheaterstück wurde für alle Gäste eindrucksvoll erfahrbar, mit welcher Tiefe und Sensibilität das Wirken von Johann Wolfgang von Goethe aus polnischer Perspektive neu interpretiert wurde. Dabei gelang es, die literarischen und geistigen Verbindungen zwischen Goethe und Adam Mickiewicz anschaulich herauszuarbeiten.
Das Stück machte deutlich, wie eng die kulturellen Traditionen Europas miteinander verwoben sind und zeigte auf berührende Weise, wie gegenseitige Wertschätzung und das verbindende Element klassischer Literatur Brücken zwischen den Nationen schlagen können.
Internationale Teilnahme und große Resonanz
Im Vorfeld der Aufführung hatten bereits zentrale Programmpunkte des Jubiläumskongresses stattgefunden: der „Markt der Möglichkeiten“, der „Runde Tisch“ sowie die Verleihung des Weimarer-Dreieck-Preises und der Ehrenmitgliedschaften.
Die internationale Beteiligung unterstrich die wachsende Bedeutung des Weimarer Dreiecks. Gleichzeitig zeigte sich, dass einige Gäste aus verschiedenen Teilen Europas aufgrund von Reisezeiten und begrenzten Zugverbindungen gezwungen waren, die Veranstaltung nach diesen Programmpunkten vorzeitig zu verlassen.
Starke Partner an der Seite des Kongresses
Der Jubiläumskongress wurde unterstützt von zahlreichen Partnern, darunter die Thüringer Staatskanzlei, das Adam-Mickiewicz-Institut, die Stiftung Deutsch-Polnische Zusammenarbeit, das Polnische Institut Berlin sowie die Stadt Weimar und weitere engagierte Förderer aus Wirtschaft und Gesellschaft.
Ausblick
Das 15-jährige Jubiläum des Weimarer Dreieck e.V. war nicht nur Anlass zur Rückschau, sondern vor allem ein Impuls für die Zukunft. In einer Zeit wachsender globaler Herausforderungen setzte der Kongress ein klares Zeichen für Dialog, Zusammenarbeit und ein vereintes Europa.
Weitere Informationen zum Programm und zur Arbeit des Vereins finden sich unter:
www.weimarerdreieckev.org
