Als die ersten Töne erklangen, verstummte der Raum: Europäischer Kulturabend für alle Generationen in Lübben

Lübben, 27.02.2026 – Im Neuhaus Lübben wurde am Freitagabend europäische Verbundenheit nicht diskutiert, sondern erlebbar gemacht. Rund 50 Gäste folgten der Einladung des Europavereins und der Kreismusikschule Dahme-Spreewald zu einem Kulturabend im Zeichen des Weimarer Dreiecks – ein Auftakt im Vorfeld des 35-jährigen Jubiläums der trilateralen Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Polen und Frankreich im Jahr 2026.

Im Mittelpunkt stand der Auftritt der polnischen Pianistin Izabela Jutrzenka-Trzebiatowska, die zugleich Mitglied des Weimarer Dreieck Vereins ist. Als sie die ersten Töne anschlug, wurde es im Saal vollkommen still. Kein Rascheln, kein Flüstern – der Raum schien den Atem anzuhalten.

Besucher beschrieben den Moment später als „wie in eine andere Welt versetzt“. Andere sagten, es sei gewesen, „als hätte die Musik eine Tür zu einer anderen Welt geöffnet“. Die Intensität ihres Spiels schuf eine Atmosphäre konzentrierter Ruhe – einen seltenen Augenblick, in dem Musik mehr war als Klang: Begegnung ohne Worte. Es war die spürbare Kraft der Transzendenz in der Musik, die den Alltag für einen Moment zurücktreten ließ und die Zuhörer über das Gewöhnliche hinausführte.

Einen historischen und kulturellen Rahmen erhielt der Abend durch einen anschaulichen Vortrag von Franziska Jenrich-Tran vom Stadtgeschichtliches Museum Leipzig. Sie erklärte, wie aus einem Gedicht von Friedrich Schiller und der Musik von Ludwig van Beethoven ein weltweites Symbol für Gemeinschaft und Zusammenhalt wurde. Zugleich machte sie deutlich, dass offiziell ausschließlich Beethovens Melodie als Europahymne anerkannt ist, während Schillers Text nicht Bestandteil des offiziellen Symbols der Europäischen Union wurde.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war das anschließende gemeinsame Singen dieser Europahymne, das die Anwesenden spürbar verband.

Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern auch der Bürgermeister der Stadt Lübben (Spreewald), Vertreter der polnischen Partnerstadt Wolsztyn, Vertreter des Städtepartnerschaftsvereins, Mitglieder der Künstlergruppe „Raum für Kunst“ aus Lübben sowie mehrere Abgeordnete des Landtages Brandenburg.

Der Vorsitzende des Weimarer Dreieck e.V., Dieter Hackmann, betonte die besondere Bedeutung solcher Begegnungen:
„Was wir hier erleben, ist gelebtes Europa. Solche Momente entstehen nicht zufällig – sie sind das Ergebnis einer starken Vernetzung engagierter Menschen. Genau diese Synergie der Akteurinnen und Akteure aus den zwölf Bereichen des Weimarer Dreiecks ist unser Kernanliegen. Im Jubiläumsjahr 2026 wollen wir zeigen, dass das Weimarer Dreieck nicht nur Geschichte ist, sondern Zukunft gestaltet.“

Ebenfalls anwesend war Dr. Steudel, Mitglied des Weimarer Dreieck e.V., die anlässlich des Jubiläumsjahres 2026 ein trilaterales Kulinarik-Projekt plant – ein weiterer Baustein lebendiger europäischer Zusammenarbeit.

Das Weimarer Dreieck wurde 1991 in Weimar gegründet und gilt als wichtiges Format der Kooperation zwischen Deutschland, Polen und Frankreich. Der Abend in Lübben zeigte eindrucksvoll: Europäische Partnerschaft entsteht nicht allein in politischen Gesprächen – sie wächst dort, wo Menschen sich begegnen, zuhören und gemeinsam gestalten.

Fotos: Paulina Kleiner / Alexander Mollenschott