Mit großer Trauer und tiefem Respekt nehmen wir Abschied von Rita Süssmuth, einer herausragenden Persönlichkeit, die die politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands und Europas nachhaltig geprägt hat.

Rita Süssmuth stand wie kaum eine andere für Mut, Dialogbereitschaft und soziale Verantwortung. Als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit sowie als Präsidentin des Deutschen Bundestages setzte sie sich mit großer Beharrlichkeit für die Rechte von Frauen, Kindern und sozial Benachteiligten ein. Ihr politisches Handeln war stets von Menschlichkeit, Weitsicht und einem tiefen demokratischen Ethos getragen.

Über parteipolitische Grenzen hinweg wirkte sie als Brückenbauerin. Ihr Engagement für die Integration von Migrantinnen und Migranten, ihre prägende Arbeit in der AIDS-Hilfe und ihr Einsatz für die europäische Einigung zeugen von der Breite und Aktualität ihres Wirkens. Auch nach ihrer aktiven politischen Laufbahn blieb sie eine wichtige Stimme des öffentlichen Diskurses – als Autorin, Rednerin und Mentorin.

Eine besondere Bedeutung maß Rita Süssmuth der deutsch-französisch-polnischen Zusammenarbeit bei. Das Weimarer Dreieck war für sie weit mehr als ein politisches Format: Es verkörperte die Überwindung historischer Gräben und den gemeinsamen europäischen Gestaltungswillen. Ihr Engagement für das Weimarer Dreieck und insbesondere für das Weimarer Dreieck der Frauen spiegelte ihre Überzeugung wider, dass Frauen in politischen Prozessen nicht nur vertreten, sondern aktiv gestaltend wirken müssen.

Seit der Gründung begleitete Rita Süssmuth die Arbeit des Vereins Weimarer Dreieck e.V. aufmerksam und unterstützend. Ihr Wirken folgte der festen Überzeugung, dass Europa nur durch Dialog, Solidarität und gemeinsame Verantwortung stark sein kann.

Ihre Worte behalten Gültigkeit:

„Europa ist kein Projekt der Eliten, sondern eine Aufgabe für alle.“

Mit Rita Süssmuth verlieren wir eine große Europäerin. Ihr Vermächtnis verpflichtet uns, den europäischen Dialog im Sinne von Demokratie, Verständigung und Menschlichkeit fortzuführen.

Mit großer Hochachtung in tiefer Trauer
Dieter Hackmann, Weimarer Dreieck e.V.
Hermine Asarghayan, Triangle de Weimar Association
Dr. Ewelina Prawda, Stowarzyszenie Trójkąt Weimarski